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Arbeitsunfall im Homeoffice – was gilt als Arbeitsunfall und welche Versicherung greift?

Was gilt eigentlich als Arbeitsunfall? Einige wissen: Verlässt du den Weg zu deiner Arbeit, um noch rasch einen privaten Einkauf zu erledigen und hast einen Unfall, ist das bereits kein von der gesetzlichen Unfallversicherung abgedeckter Arbeitsunfall. Beim Arbeitsunfall im Homeoffice sieht die Lage noch kniffliger aus. Alles, was du beruflich im Homeoffice tust, definiert einen dabei geschehenen Unfall als Arbeitsunfall. Der Gang aufs WC oder der Snack in der Küche jedoch ist kein Arbeitsunfall. Arbeitest du im Homeoffice, schau dir die Details genauer an und behalte unsere Tipps im Hinterkopf.

Ein Arbeitsunfall, der im Rahmen deiner Arbeitstätigkeit im Homeoffice geschieht – weil du zum Beispiel während der Corona-Krise im Homeoffice und nicht in deinem Büro arbeitest –, ist von der gesetzlichen Unfallversicherung im Prinzip abgedeckt. Hier bringt das Bundessozialgericht den Begriff der Handlungstendenz ins Spiel: Es kommt nicht exakt auf den Ort deiner Arbeit an, sondern darauf, ob du zum Zeitpunkt des Unfalls etwas getan hast, das in engem Zusammenhang mit deiner beruflichen Tätigkeit stand. 

Arbeitsunfall im Homeoffice: ein Beispiel

Fällst du beispielsweise die Treppe hinunter, weil du den Router für deine beruflich genutzte Internet-Verbindung neu starten willst, greift die berufliche Unfallversicherung. Und das, obwohl du dich gerade nicht im Homeoffice aufgehalten hast. Öffnest du dagegen dem Paketboten für eine private Sendung die Tür und segelst dieselbe Treppe hinunter, greift die berufliche Unfallversicherung nicht.

Alles, was im Homeoffice bei der Ausübung deiner beruflichen Tätigkeit an Unfällen passiert, gilt als Arbeitsunfall. Nicht jedoch der Weg zum WC oder der Snack zwischendurch in der Küche.

Im Homeoffice nicht versichert

Bei privaten Tätigkeiten

Übst du im Homeoffice auch private Tätigkeiten aus, bist du grundsätzlich während der Zeit deiner privaten Tätigkeiten nicht über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. 

Bei eigenwirtschaftlichen Tätigkeiten

Gut zu wissen ist auch: Die gesetzliche Unfallversicherung greift nicht bei den sogenannten eigenwirtschaftlichen Tätigkeiten. Dazu zählen zum Beispiel: dein Weg in die Küche, um dir ein Brot zu machen. Oder der Gang zum WC. Auch wenn dies während der Arbeitszeit geschieht. Holst du dagegen einen USB-Stick aus der Tasche in einem anderen privaten Zimmer, stolperst und brichst dir ein Bein, so liegt ein Arbeitsunfall vor. 

Arbeitsunfall im Homeoffice: muss beruflichen Bezug haben

Du siehst: ein Arbeitsunfall im Homeoffice ist nicht unbedingt von deinem realen Aufenthaltsort abhängig. Und selbst beim Aufenthalt im Homeoffice ist nicht jede Tätigkeit über die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt. Neben der gesetzlichen Unfallversicherung gibt es jedoch die private Unfallversicherung – mit anderen Perspektiven. 

Unser Tipp beim Arbeitsunfall im Homeoffice

Welche Anrufe hast du zur Zeit des Unfalls im Homeoffice getätigt? Welche Dokumente bearbeitet? Erzähle auch dem Nachbarn oder dem behandelnden Arzt vom Hergang des Unfalls. So sicherst du die Beweise, um deinen Unfall später bei der gesetzlichen Unfallversicherung als Arbeitsunfall im Homeoffice anzumelden. 

Hintergrund: was ist ein Arbeitsunfall?

Ob sich der Koch in der Gastronomie beim Zubereiten eines Gerichts die Hände verbrennt oder sich der Schüler im Sportunterricht den Knöchel verstaucht – dies sind per Definition alles Arbeitsunfälle. Und deshalb über die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt. Auch bei ehrenamtlichen Tätigkeiten gibt es Arbeitsunfälle. Auch die Kinder in der Kita oder Menschen, die nach einem Verkehrsunfall erste Hilfe geleistet haben, haben Versicherungsschutz. 

Allgemein gilt: ein Arbeitsunfall ist ein Unfall, den ein Versicherter bei der Ausübung der versicherten Tätigkeiten erleidet. Hier bietet die gesetzliche Unfallversicherung Schutz.

Gesetzliche Unfallversicherung: was ist versichert?

Die gesetzliche Unfallversicherung sichert dich ab, wenn du einen Unfall im Unternehmen erleidest. Darüber hinaus versichert die gesetzliche Unfallversicherung den direkten Weg zu deiner Arbeitsstätte. Mehr Infos erhältst du von deinem Arbeitgeber. 

Arbeitsunfall im Homeoffice – wer zahlt die Behandlungskosten?

Egal ob Arbeitsunfall oder nicht – eine Sicherheit hast du: deine Behandlungskosten beim Arzt oder im Krankenhaus werden von deiner gesetzlichen oder privaten Krankenkasse getragen. Je nachdem stellt die Krankenkasse dann Forderungen gegenüber der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn es sich um einen Arbeitsunfall handelt. 

Private Unfallversicherung: was ist versichert?

Eine private Unfallversicherung ist eine sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Unfallversicherung. Denn die private Unfallversicherung übernimmt gerade dann Leistungen, wenn du einen Unfall in deiner Freizeit hast – und in deinem Zuhause. Statistisch gesehen liegt die Zahl der Unfälle in den eigenen vier Wänden nämlich leider sehr hoch. 

Die private Unfallversicherung zahlt die per Vertrag vereinbarte Summen bei ganzer oder teilweiser Invalidität oder sogar im Todesfall. Ob sich eine private Unfallversicherung im Einzelfall lohnt, ist eine Frage, die nur jeder für sich beantworten kann. Statistisch gesehen werden 90 % der Menschen jedoch durch eine Krankheit berufsunfähig – nicht durch einen Unfall. 

Apropos Homeoffice + versichert: Firmen-Smartphone oder Firmen-Notebook

Wer im Homeoffice arbeitet, nutzt oft Equipment aus dem Unternehmen. Egal ob Smartphone vom Arbeitgeber oder Notebook. Werden diese Gegenstände zerstört oder kommen zum Beispiel bei einem Einbruch abhanden, stellt sich die Frage, wer die Kosten übernimmt. 

In der Regel gilt: Arbeitest du – verpflichtet durch deinen Arbeitgeber – im Homeoffice und lässt dein Smartphone fallen, ist die private Haftpflicht dein Ansprechpartner. Bei einem Einbruch mit anschließendem Diebstahl ist es die Hausratversicherung

Eine gute Hausratversicherung gehört zu den sinnvollen Versicherungen – und bietet umfangreiche Leistungen wie eine umfassende Grunddeckung, weltweite Außenversicherung, mehr Sicherheit im Büro, auf Reisen sowie persönliche Zusatzbausteine zur Auswahl.

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