Fahren ohne Versicherung

Aktualisiert am: 20. September 2023

Fahren ohne Versicherung bedeutet: du hast keinen Versicherungsschutz. In Deutschland darf kein Auto ohne gültige Kfz-Versicherung in den Verkehr – dafür tut der Gesetzgeber eine Menge. Das Fahren ohne Versicherungsschutz ist eine Straftat, damit kein Unfallopfer oder Geschädigter auf den Kosten sitzen bleibt. Ein guter Versicherungsschutz hilft allen Verkehrsteilnehmern. Wer wissen möchte, wie es zum Fahren ohne Versicherungsschutz kommt und warum Fahren ohne Versicherung keine gute Idee ist, erfährt das hier.

Unfälle im Straßenverkehr führen oft zu hohen Schadenssummen – gerade wenn neben den materiellen Schäden auch Personenschäden hinzukommen. Solche hohen Summen aus eigener Tasche zu bezahlen, ist für die meisten Menschen nicht möglich. Deswegen ist eine Versicherung eine gute Entscheidung – für alle Beteiligte: Unfallopfer bleiben dank einer Versicherung auch nicht auf ihren Kosten sitzen, deshalb gilt der Versicherungsschutz durch eine Kfz-Versicherung als Pflicht. Du musst also immer eine Kfz-Haftpflicht abschließen – ohne darfst du nicht mit dem Auto am Straßenverkehr teilnehmen. Tust du es doch, gilt das als Straftrat. Das gilt übrigens auch fürs Fahren mit dem Roller oder Mofa.

Fahren ohne Versicherungsschutz: kein Kavaliersdelikt

Es muss gar nicht erst zu einem Unfall kommen – bereits die bloße Teilnahme am Straßenverkehr mit einem Auto ohne Versicherungsschutz stellt per Gesetz eine Straftat dar. Der Gesetzestext bestimmt: Für sich als Halter, für den Eigentümer und für den Fahrer muss für ein Kraftfahrzeug eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden, sobald es auf öffentlichen Wegen oder Plätzen bewegt wird. Das gilt in ganz Europa.

Warum ein fehlender Versicherungsschutz schnell auffällt

Das Fahren ohne gültigen Versicherungsschutz fällt übrigens schnell auf – auch wenn du noch mit einem Kfz-Kennzeichen unterwegs bist. Denn der Gesetzgeber hat dafür eine Routine ins Werk gesetzt, die beim Erlöschen des Versicherungsschutzes anläuft. So informiert deine Kfz-Versicherung die Zulassungsstelle über einen abgelaufenen Versicherungsschutz. Die Zulassungsstelle prüft, ob eine Neuanmeldung bei einer anderen Versicherung vorliegt. Wenn nicht, erfolgt – bei nicht erfolgender Abmeldung – die Zwangsstillegung deines Fahrzeugs. Wenn das nicht funktioniert, wird dein Fahrzeug zur Fahndung ausgeschrieben. Kommt es soweit, drohen drastische Strafen.

Vorteile eines Versicherungsschutzes

Ein Versicherungsschutz schützt dich nicht nur vor hohen Zahlungen, die du im Falle eines Unfalls selber tragen musst, sondern je nachdem schützt dich dein Versicherungsschutz auch bei Schäden am eigenen Auto. Schließt du beispielsweise als Versicherungsschutz eine Teilkasko oder Vollkasko ab, so werden entweder bestimmte Schäden oder auch alle Schäden von deiner Versicherung abgedeckt. Zudem verschafft dir ein Versicherungsschutz ein sicheres Gefühl beim Autofahren – und sei es nur mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Minimalprogramm mit einer Kfz-Haftpflicht.

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Fahren ohne Versicherung – wer haftet?

In erster Linie haftest du als Fahrer für den gültigen Versicherungsschutz. Aber auch der Halter eines Fahrzeugs kann bei einem Unfall haftbar gemacht werden. Dann nämlich, wenn du die Fahrt ohne Versicherungsschutz wissentlich zugelassen hast.

Dass der Versicherungsschutz erlischt, kann auch schnell passieren, hier drei Situationen, die du vermeiden solltest:

Kein Versicherungsschutz #1: Dein Fahrzeug fällt bei der TÜV-Untersuchung durch. Wenn gravierende technische Mängel bestehen, darf das Fahrzeug bis zur Behebung nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen.

Kein Versicherungsschutz #2: Du bist mit den Beiträgen im Rückstand und kommst der Zahlung trotz mehrfacher Aufforderung nicht nach.

Kein Versicherungsschutz #3: Ein stillgelegtes Fahrzeug soll mal eben schnell zu einem anderen Ort gebracht werden. Aber sobald öffentliches Gelände befahren wird, gilt: kein Versicherungsschutz.

Kein Versicherungsschutz? Aufgepasst in diesen Fällen...

Illegal handelst du auch, wenn du vom Wegfall des Versicherungsschutzes nichts gewusst hast. Das kommt mitunter aus Versehen vor:

  • Du nimmst mit einem falschen Kennzeichen am Verkehr teil: Kein Versicherungsschutz.
  • Deine alte Kfz-Versicherung gekündigt hast – und deine neue Kfz-Versicherung noch nicht gültig ist. Du verfügst dann für eine Zeit über keinen gültigen Versicherungsschutz.
  • Du hast deine Beiträge trotz mehrfacher Aufforderung nicht gezahlt – der Versicherungsschutz erlischt deshalb.
  • Du bewegst auf einem öffentlichen Parkplatz oder einem öffentlich zugänglichen Feldweg ein nicht angemeldetes Auto. Du hast leider keinen Versicherungsschutz.

Mit abgemeldetem Zweitwagen fahren, Kennzeichen kurzzeitig tauschen: auch kein Versicherungsschutz

Lässt du also deinen Sohn oder deine Tochter auf einem Feldweg mit dem abgemeldeten Zweitwagen vor seiner Führerscheinprüfung noch einmal üben, ist das eine Straftat – und es besteht kein Versicherungsschutz. Natürlich darfst du an den abgemeldeten Zweitwagen nicht kurzfristig dein aktuelles Kennzeichen deines versicherten Erstwagens schrauben – auch hier steht fest: es besteht kein Versicherungsschutz und dein Vorgehen bedeutet, eine Straftat begehen.

Auto fahren ohne Kfz-Versicherung: diese Strafen drohen

Ob Fahren ohne Versicherungsschutz eine Straftat ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab. So kommt es zum Beispiel darauf an, ob du vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hast. Hast du bereits Vorstrafen? Welches Fahrzeug bist du gefahren? Unterschiedliche Fahrzeuge bringen unterschiedliche Gefährdungen mit sich: Eine Vespa ist als Fahrzeug eine geringere Gefahr als ein schwerer SUV. Darüber hinaus spielt natürlich dein konkretes Verhalten beim Erwischtwerden eine Rolle. Es macht einen Unterschied, ob du dich aufregst und schimpfst wie ein Rohrspatz. Oder ob du still und bescheiden das Auto am Straßenrand stehen lässt und dich einsichtig und beschämt auf den Heimweg machst.

Konsequenzen bei fehlendem Versicherungsschutz

In der Regel drohen bei Fahren ohne Versicherungsschutz eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe – bis zu 6 Monaten. Bei Vorsatz sogar bis zu einem Jahr. Die einzelnen Konsequenzen im Überblick:

  • Geldstrafe: bei nachweislich fahrlässigem Handeln gibt es bis zu 180 Tagessätze. Das sind ungefähr 6 Monatsgehälter.
  • Entzug der Fahrerlaubnis: Wenn du vorsätzlich handelst, gibt es als Nebenstrafe ein Fahrverbot auf unbestimmte Zeit. Eine neue Fahrerlaubnis musst du gesondert beantragen – nach Ablauf einer Sperrfrist. Häufig muss die berüchtigte MPU-Prüfung zuvor absolviert werden – der sogenannte Idiotentest.
  • evtl. Freiheitsstrafe: Kommt es zu einem Unfall ohne Kfz-Versicherung, also ohne Versicherungsschutz, oder einer Gefährdung von Personen, so steht auch eine Freiheitsstrafe an.
  • Punkte in Flensburg: Für Fahren ohne Versicherungsschutz drohen bis zu 6 Punkte beim Kraftfahrbundesamt.
  • Einträge ins Führungszeugnis und ins Bundeszentralregister: da das Autofahren ohne Kfz-Versicherung eine Straftat ist, steht es auf einer Stufe mit Betrug oder Körperverletzung. Entsprechend ergibt eine Verurteilung einen Eintrag ins Bundeszentralregister – und findet als Vorstrafe beim erneuten Begehen einer Straftat verschärfend Berücksichtigung. Bei mehr als 90 Tagessätzen Geldstrafe gibt es einen Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis, das bei einer Bewerbung beim Arbeitgeber vorgelegt wird. Das gilt als vorbestraft.

Unfall ohne Kfz-Versicherung: das wird passieren...

Vermutlich kommt es zu einer Anzeige, wenn du ohne Kfz-Versicherung in einen Unfall verwickelt wirst. Die Anzeige erstattet entweder die Polizei am Unfallort oder der Geschädigte. Zusätzlich wird entschieden, ob Vorsatz oder Fahrlässigkeit vorliegen.

Darüber hinaus musst du als Verursacher eines Unfalls die Schäden des Geschädigten aus eigener Tasche tragen. Durch die miteingerechnete sogenannte Betriebsgefahr wirst du vermutlich sogar dann Schäden tragen müssen, wenn du nicht schuld am Unfall warst.

Durch die Betriebsgefahr – also dein Auto fahren ohne Kfz-Versicherung – setzt du dich einem enorm hohen finanziellen Risiko aus. Besonders bei Personenschäden. Das Risiko ist deshalb so hoch, weil du sogar zur Zahlung horrender Summen bei Unfällen verpflichtet werden kannst, an denen du gar keine Schuld trägst. Fahren ohne Kfz-Versicherung ist deshalb ein klares No-go!

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