Haus & Garten

Grillunfall – richtiges Verhalten für deine Sicherheit

Rund 4.000 Unfälle im Jahr belegen – was den Deutschen größte Freude bereitet, ist gleichzeitig nicht ganz ohne Gefahr. Ein Grillunfall passiert am häufigsten beim Anzünden der guten alten Holzkohle. Deshalb das Wichtigste vorab: Gieß niemals flüssige Anzündhilfen wie Benzin oder Spiritus ins offene Feuer deines Grills – sei es auch noch so klein. Schnell entsteht daraus eine große Stichflamme. Und dann kann auch die beste Versicherung nicht wieder gut machen, was ein Grillunfall an Spuren hinterlässt. Pass‘ auf dich auf.

Grillen gehört zu den beliebtesten Hobbies der Deutschen. Richtiges Grillen will aber gelernt sein, denn ein Grillunfall mit Verbrennungen muss nicht sein. Für den Ernstfall solltest du aber mit dem richtigen Wissen Vorsorge treffen.

Erste Hilfe beim Grillunfall: so verhältst du dich richtig – etwa bei Verbrennungen

Sofort Handeln – das ist das Wichtigste bei einem Grillunfall, besonders, wenn jemand Feuer gefangen hat. Dann musst du Folgendes tun:

  1. Person sofort löschen: Brennende Personen musst du mit Wasser übergießen, auf dem Boden wälzen oder in eine Decke einwickeln, um das Feuer zu ersticken. Eventuell musst du deinen in Panik geratenen Freund dafür am Weglaufen hindern. Bei Verwendung eines Feuerlöschers gilt: nicht auf das Gesicht richten.
  2. Brandwunden kühlen: Fünf bis zehn Minuten musst du Brandwunden mit kaltem Wasser kühlen. Nutze alles vorhandene Wasser – egal, aus welcher Quelle: ob aus dem See oder Bach. Wichtig ist, dass du sofort für Kühlung sorgst, um Schmerz zu stillen und weiteres Nachbrennen in tieferes Gewebe zu verhindern. Nach 10 Minuten Kühlung stoppst du, um Unterkühlung zu vermeiden. Decke Brandwunden im Gesicht mit einem feuchten Tuch ab – und achte auf freie Atemwege.
  3. Feuerwehr und Notarzt verständigen: Rufe spätestens jetzt Notarzt und Feuerwehr – besser noch: ein Beteiligter ruft sie unmittelbar, nachdem sich der Grillunfall ereignet hat, während du dich mit der Kühlung der Verbrennungen beschäftigst. 
  4. Verletzten betreuen: Halte den Verletzten mit Decken, Tüchern oder Kleidungsstücken warm, bis Hilfe eintrifft und überwache Kreislauf und Atmung. Entferne keinesfalls Kleidungsstücke vom Körper – daran können Hautreste haften.

Sicheres Grillen – am besten ohne Spiritus: so klappts ohne Grillunfall

Deine Checkliste für den gemütlichen Nachmittag im Park oder Grillabend im Garten umfasst ein paar Punkte, die du dir wirklich zu Herzen nehmen solltest. Schließlich willst du dein Barbecue genießen – und das schließt einen Grillunfall mit Verbrennungen bestimmt aus.

  • niemals Brandbeschleuniger nutzen: Benzin oder Spiritus in das schlecht entfachte Holzkohlenfeuer nachspritzen, gießen oder schütten ist ein No-Go. Ein absolutes No-Go. So geschehen die häufigsten Grillunfälle aufgrund von Verpuffungen und Stichflammen, die Gegenstände oder Personen leicht in Brand setzen können. Auch Bier auf dein Fleisch gießen ist wegen der Verpuffungsgefahr eine schlechte Idee. Verwende stattdessen trockene Grillanzünder. Die funktionieren bestens. Und nutze Flüssigkeiten maximal vor dem ersten Anzünden.
  • sicherer Stand: Dein Grill sollte gerade und auf einem festen Untergrund stehen. Dann fällt er nicht gleich um, nur weil jemand dranstößt – und das kann leicht einen Grillunfall auslösen.
  • ständige Beaufsichtigung: Halte den Grill stets im Auge – so kannst du schnell eingreifen, wenn etwas schief geht.
  • niemals in geschlossenen Räumen oder unter Sonnenschirmen: Ein Grill mit offener Flamme gehört nicht in Wohnräume. Auch nicht zum Abkühlen. Es besteht Lebensgefahr, weil sich tödliche Brandgase ausbreiten können. Platziert unter einem Sonnenschirm oder einer Markise kann der Funkenflug diese beschädigen oder sogar in Brand setzen. Also: auch keine gute Idee, wenn du einen Grillunfall vermeiden willst.
  • Verbote respektieren: Wenn Grillen an einem Ort offiziell verboten ist, dann gibt es dafür Gründe. Etwa weil fliegende Funken eine trockene Wiese oder sogar den Wald in Brand setzen würden. 
  • für Löschmaterial Sorge tragen: Einen Eimer mit Sand oder sogar ein Feuerlöscher in Reichweite vom Grill sorgen für zusätzliche Sicherheit und können bei einem Grillunfall Schlimmeres verhindern.
  • Kinder im Auge behalten: Bau den Grill nicht direkt neben dem Tisch auf – und halte spielende Kinder davon fern. Das Risiko eines Grillunfalls ist zu groß.
  • Nicht in ungeeigneter Kleidung grillen: Freiwillige Helfer sollten darauf achten, dass nicht Teile der Kleidung unfreiwillig mit dem Grill in Kontakt kommen und Feuer fangen.
  • Asche vor dem Entsorgen abkühlen lassen: und anschließend nicht in Mülltonnen aus Kunststoff entsorgen. Bitte lösche deinen Grill nicht mit Wasser: zusammen mit Fett droht Explosionsgefahr.

Grillunfall passiert? Diese Versicherungen übernehmen die Kosten

Mancher grillt im Garten, einige im Park, der Dritte wieder anderswo – je nachdem wer oder was beim Grillen zu Schaden kommt, sind unterschiedliche Versicherungen zuständig:

  • Dinge aus deinem Besitz werden durch einen Grillunfall beschädigt: Hier greift die Hausratversicherung.
  • Dinge von Dritten nehmen bei einem Grillunfall Schaden: Deine Privathaftpflicht ersetzt den materiellen Schaden der Beteiligten, der durch einen Grillunfall entstanden ist.
  • Personenschäden sind durch einen Grillunfall geschehen: Je nachdem, ob du selbst oder Dritte Opfer sind, steht für die finanziellen Folgen deine private Haftpflicht ein – für Dritte – oder eine bestehende Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung, die für dich als Person aufkommt.

Achtung Mithaftung: wie du Mitschuld am Grillunfall vermeidest

Wenn es um deine Absicherung geht, musst du beim Grillen eines im Hinterkopf behalten: Wendest du Gefahren nicht ab, trägst du bei einem Grillunfall eventuell Mitschuld. Ein Beispiel: Ein Freund ist gerade dabei, Spiritus in ein kokelndes Kohlefeuer des Grills zu gießen. Das ist fahrlässig und du solltest ihn daran hindern. Worte reichen dabei übrigens nicht – es müssen Tagen folgen, um die Gefahr eines Grillunfalls abzuwenden.

Wo darf ich Grillen?

  • auf Balkon oder Terrasse? Grillen ist hier erlaubt. Es sei denn, der Mietvertrag sagt etwas anderes. Auch ein Verbot im Nachhinein ist möglich, wenn etwa der Grillrauch die Nachbarn belästigt.
  • im Garten? In deinem Garten darfst du den Grill aufstellen und loslegen – allerdings bis zu 5 Mal im Jahr und mit 25 Meter Entfernung zum Haus entfernt, am Rand deines Gartens, damit andere nicht vom Rauch belästigt werden.
  • im Park? Hinweisschilder können das Grillen erlauben. Müll und Asche müssen immer selbst entsorgt werden.
  • im Wald: Grillen und Feuer machen ist hier grundsätzlich verboten – außer an offiziellen und festen Feuerstellen. Sonst wirst du eventuell zur Kasse gebeten. Zum Wald musst du stets ein Minimum von 100 Metern Abstand halten.
  • Im Naturschutzgebiet? Hier ist Grillen verboten und tust du es doch, können Bußgelder fällig werden.

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