Platter Reifen: Was tun bei einer Reifenpanne?

16. Mai 2024

Dein Auto zieht plötzlich stark nach recht oder links und du hörst ein seltsames Flattergeräusch? Dann solltest du schnellstmöglich an den Straßenrand fahren, denn höchstwahrscheinlich hast du einen platten Reifen. Unser Ratgeber nimmt dich an die Hand und erklärt dir Schritt für Schritt, wie du einen Reifenwechsel vornimmst. Außerdem erfährst du wie du einen platten Reifen vermeidest und in welchen Fällen die Versicherung für einen Reifenschaden zahlt.

Reifen platt: Was tun?

Dir ist während der Fahrt ein Reifen geplatzt? Keine Panik. Das solltest du in so einem Fall tun:

  1. Passe deine Geschwindigkeit an. 
  2. Setze den Warnblinker, um andere Verkehrsteilnehmer auf deine Situation aufmerksam zu machen. 
  3. Beende deine Fahrt schnellstmöglich und lenke dein Kfz an den Straßenrand oder an einen anderen sicheren Ort.
  4. Stelle dein Warndreieck auf und montiere einen Ersatzreifen. Falls du dir das nicht zutraust, solltest du umgehend den Pannendienst anrufen. Falls es dein Reifen zulässt, kannst du auch den die nächste Werkstatt ansteuern. Stelle aber bitte sicher, dass der Hersteller

Praktische Tipps zum Reifenwechsel

Ersatzrad und Pannenset im Kofferraum sind nicht Pflicht. Aber wenn du beides mitführst und außerdem das nötige handwerkliche Geschick aufbringst,, kannst du dir die Werkstatt und den Abschleppdienst sparen. 

Du hast alles an Bord, um den Reifen selbst zu wechseln? Prima. Wenn du außerdem folgende Tipps beherzigst, kann eigentlich nichts schiefgehen:

  • Stelle sicher, dass du auf ebenem, festem Untergrund arbeitest.
  • Beachte die Angaben zum Drehmoment der Radmuttern, die du in der Betriebsanleitung findest. Schaue immer zuerst in die Herstelleranleitung, bevor du Hand anlegst.
  • Stellst du bei einer Probefahrt, Vibrationen beim Lenken oder Bremsen fest, solltest du dein Fahrzeug stehen lassen. Dein Kfz muss vor einer Weiterfahrt auf eine Unwucht gecheckt werden.

Anleitung zum Reifenwechsel

Du musst kein Kfz-Mechaniker sein, um einen Reifen zu wechseln. Bevor du jedoch mit dem Reifenwechsel beginnst, informiere dich in der Herstelleranleitung. Im wesentlichen sind diese Schritte zu befolgen:

  1. Handbremse anziehen und den ersten Gang einlegen. Bei einem Kfz mit Automatik-Getriebe den Schalthebel in Stellung „P“ bringen.
  2. Radkappe abziehen und Radmuttern bzw. -bolzen mit einer Viertelumdrehung lösen.
  3. Wagenheber ordnungsgemäß ansetzen und das Fahrzeug bis zur Montagehöhe anheben.
  4. Radmuttern komplett abschrauben und anschließend das Rad abnehmen.
  5. Radauflageflächen säubern und Bremsscheiben sowie Bremsbeläge kontrollieren.
  6. Notrad montieren und sämtliche Radmuttern mithilfe des Radkreuzes handfest anschrauben. 

In der Regel dauert ein Reifenwechsel höchstens 60 Minuten. Noch Fragen? Wir haben eine ausführliche Anleitung, wie man einen Reifenwechsel selber machen kann, für dich parat. Mit etwas Glück bist du also schneller wieder fahrtüchtig, als wenn du auf den Pannendienst warten würdest.

Wartungstipps, um platten Reifen vorzubeugen

Vielen Ursachen für eine Reifenpanne kannst du effektiv vorbeugen. So gehst du dabei vor:

  • Lauffläche der Reifen regelmäßig kontrollieren: So stellst du sicher, dass deine Reifen sicher sind und lange halten.
  • Reifen regelmäßig warten: Überprüfe turnusmäßig den Luftdruck deiner Reifen – mindestens einmal im Monat und vor längeren Fahrten. Halte dich an die vom Fahrzeughersteller empfohlenen Werte.
  • Reifen inklusive Reifenwulst auf Beschädigungen prüfen: Checke auf Schnitte, Risse oder Abnutzung. Achte besonders auf die Seitenwände.
  • vorausschauend fahren: Versuche, Schlaglöcher und andere Hindernisse auf der Straße zu vermeiden. Umfahre sie rechtzeitig.
  • deine Fahrweise anpassen: Vermeide scharfe Kurven, scharfes Bremsen und abrupte Lenkbewegungen. All das kann die Reifenbelastung erhöhen.
  • Felgen- und Radschutz verwenden: So verhinderst du, dass Fremdkörper wie Steine oder Schmutz zwischen Reifen und Felge gelangen und Beschädigungen verursachen.
  • Reifen rotieren: Tausche die vorderen Reifen mit den hinteren bzw. die rechten mit den linken. Du stellst so eine gleichmäßige Abnutzung der Reifen sicher und verlängerst ihre Lebensdauer. Achtung: Beachte hierbei die Angaben deines Reifenherstellers. Es gibt laufrichtungsgebundene Reifen, die nur in eine vorgegebene Richtung abrollen dürfen. Montierst du den Reifen falsch, kann die Betriebserlaubnis erlöschen.

Reifenwulst prüfen

Die sogenannte Reifenwulst ist die Stelle, an der die Reifenwand seitlich an die Felge anschließt. Falls du Undichtigkeiten an der Reifenwulst vermutest, solltest du sie mit Seifenwasser besprühen. Entstehen Blasen im Wasser, hat die Reifenwulst möglicherweise einen Riss.

Ursachen eines platten Reifens

Deinem Reifen kann aus unterschiedlichsten Gründen die Luft ausgehen. Die Bandbreite reicht von mutwilliger Beschädigung bis zu einer falschen Fahrweise. Zu den häufigsten Ursachen für eine Reifenpanne zählen:

  • scharfe Gegenstände wie Nägel oder Glasscherben 
  • Straßenschäden wie Schlaglöcher oder Bordsteinkanten
  • unzureichender Reifendruck, 
  • vorzeitige Abnutzung und 
  • bestehende Schäden

Risiken und Gefahren bei platten Autoreifen

Mit platten Reifen fahren geht mit unterschiedlichen Risiken einher. Hat dein Reifen nicht ausreichend Luft, kann dein Fahrzeug schwer beherrschbar werden, und allzu lange Fahrten mit plattem Reifen können Folgeschäden verursachen. Du solltest schnellstmöglich die fehlende Luft auffüllen.

Tipp: Hast du dir einen Nagel eingefahren und verlierst durch ein kleines Loch Luft kannst du dir mit einem sogenannten Pannenspray etwas Zeit verschaffen. Dabei handelt es sich um ein Dichtmittel, das du durchs Ventil in den Reifen sprühst. Mache dich aber vorher mit den Vorschriften des Reifenherstellers vertraut, um kein Risiko einzugehen. In jedem Fall solltest du deine Fahrt schnellstmöglich beenden.

Sicherheitsrisiken beim Weiterfahren

Falls du mit einem platten Autoreifen fährst, riskierst du Folgendes: 

  • du kannst die Kontrolle über dein Fahrzeug verlieren
  • an deinem Kfz können weitere Schäden entstehen
  • die Reparatur wird teurer als unbedingt nötig

Und auch das solltest du beachten: Wenn du deine Fahrt länger als unbedingt nötig mit einem platten Reifen fortsetzt und dadurch Schäden bei anderen Verkehrsteilnehmern entstehen, kann das als grobe Fahrlässigkeit gewertet werden. Abhängig von den Folgen kann grobe Fahrlässigkeit mit Bußgeld, Punkten in Flensburg oder sogar Freiheitsentzug geahndet werden.

Mögliche Schäden am Fahrzeug durch platten Reifen

Platte Reifen können verschiedene und teils erhebliche Schäden an deinem Fahrzeug verursachen. Zum Beispiel kann die Felge auf dem Straßenbelag schleifen und Kratzer oder Dellen abbekommen bzw. Brüche erleiden. Weitere mögliche Folgen sind 

  • Beschädigungen an Aufhängungsteilen
  • Schäden an Stoßdämpfern und anderen Komponenten
  • Brems- und Lenkungsprobleme 
  • Getriebeschäden, die bis zum Totalausfall führen können

Runflat- oder Notlaufrad

Mit einem sogenannten Runflat- oder Notlaufreifen kannst du ohne Luft im Reifen weiterfahrenDafür bieten auf dem Prinzip Runflat basierende Reifen extrastarke Gummiwände. Diese sind etwa doppelt so dick wie die von normalen Autoreifen. Bei einem Druckverlust sorgen sie zuverlässig dafür, dass dein Fahrzeug in der Spur bleibt.

Gesetzliche Pflichten und Bußgelder

Vor Fahrtantritt musst du prüfen, ob du mit deinem Wagen am Straßenverkehr teilnehmen kannst. Zu diesem Sicherheitscheck gehört auch eine Sichtprüfung deiner Reifen. Gerade wenn du längere Strecken zurückgelegt hast, solltest du jedes Sicherheitsrisiko ausschließen und deine Reifen vor der nächsten Fahrt 

  • auf Risse, Beulen und herausgebrochene Profilstücke prüfen
  • mit Blick auf Profiltiefe und Reifendruck inspizieren
  • auf Fremdkörper wie Nägel, Glasscherben und ähnliches checken

Falls du im Straßenverkehr mit ungeeigneten Reifen auffällst, beschert dir das auf jeden Fall einen Punkt in Flensburg. Je nach Tatbestand blüht dir außerdem ein Bußgeld von bis zu 120 Euro.

Haftungsfragen bei Unfällen durch einen platten Reifen

Ob und inwieweit du für Schäden am Auto eines anderen Verkehrsteilnehmers aufkommen musst, kommt stark auf den Einzelfall an. Haftbar bist du immer dann, wenn du die Schuld am Unfall trägst, das ist auch dann der Fall, wenn du nur leicht fahrlässig gehandelt hast. Falls du deine Fahrt wissentlich mit plattem Reifen startest und deshalb einen Unfall verursachst, bei dem auch andere einen Schaden davontragen, haftest du dafür. In diesem Fall trägt deine Kfz-Haftpflicht die Kosten. Für Schäden an deinem Fahrzeug würde, wenn vorhanden, die Vollkasko zahlen. Eine allgemeingültige Aussage lässt sich aber nicht treffen. 

Wann zahlt die Kfz-Versicherung bei einem platten Reifen?

Die Frage nach der Versicherung bei einem Reifenplatzer betrifft nicht nur den platten Reifen. Sie stellt sich auch mit Blick auf Schäden, welche die Folge davon sind. Im Folgenden erfährst du, gegen welche Fälle du dich absichern kannst.

Was deckt die Kfz-Haftpflicht ab?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung sichert dich gegen Schäden ab, die du anderen Verkehrsteilnehmern bei einem Unfall zufügst. Sollte bei einem Unfall der Reifen am anderen Auto beschädigt werden, zahlt sie den Schaden. Für deinen platten Reifen durch einen selbstverschuldeten Unfall müsstest du selbst aufkommen.

Zahlt die Teilkasko bei einer Reifenpanne?

Die Teilkasko deckt Schäden durch Unwetter wie Sturm und Hagel sowie Schäden durch Wildunfälle und Zusammenstöße mit anderen Tieren. Sollte als Folge eines dieser Ereignisse auch ein Reifen an deinem Auto zu Schaden kommen, wären die Kosten durch die Teilkasko gedeckt. Das ist allerdings nur der Fall, wenn neben dem Reifen durch den Wildunfall auch andere Teile am Auto beschädigt wurden.

In diesen Fällen zahlt die Vollkasko für einen platten Reifen

Deinem Reifen ist die Luft ausgegangen, weil jemand nachgeholfen hat? In den meiste Fällen musst du die Kosten leider selbst tragen, denn Schäden am Reifen sind in der Vollkasko ausgeschlossen. Einzige Ausnahme: Die Beschädigung des Reifens ist ein Folgeschaden eines anderen versicherten Schadens. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn dein Reifen durch einen Unfall beschädigt wurde. Geht dein Reifen durch Verschleiß oder gewöhnliche Abnutzung kaputt, zahlt die Kfz-Versicherung grundsätzlich nicht.

FRIDAY Kfz-Versicherung

  • Direkt online in nur 90 Sekunden abschließen
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  • Schaden melden rund um die Uhr
  • Neuwerterstattung (kein Abzug bei Wertverbesserung)

Schadenmeldung nach einer Reifenpanne

Ein Schaden am eigenen Auto ist schon unangenehm genug. Der Weg zur Schadensregulierung sollte deshalb so kurz und so simpel wie möglich sein. Bei FRIDAY kannst du deinen Kfz-Schaden rund um die Uhr digital melden.

  • online-Schadenmeldung in ca. 4 Minuten
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  • persönliche Ansprechpartner bei Rückfragen

Häufige Fragen zu platten Reifen

  • Wie erkenne ich einen platten Reifen beim Fahren?

    Folgende Anzeichen können auf einen platten Reifen hindeuten: 

    • das Lenkrad vibriert plötzlich stark 
    • das Lenkrad lässt sich schwerer drehen als üblich
    • dein Fahrzeug zieht in eine bestimmte Richtung
    • ungewöhnliche Flatter- oder Klatschgeräusche
  • Kann ich mit einem platten Reifen weiterfahren?

    Grundsätzlich gilt: du solltest mit einem platten Reifen nicht weiterfahren. Zum einen kannst du die Kontrolle über dein Kfz verlieren und so ein Bußgeld wegen Gefährdung im Straßenverkehr riskieren. Zum anderen läufst du Gefahr, dass weitere Schäden an deinem Kfz entstehen. Die wiederum können die Kosten für Reparaturen weiter erhöhen.

    Es gibt einige Reifen, die auch im platten Zustand weitergefahren werden dürfen. Erkundige dich hier unbedingt beim Hersteller, ob und unter welchen Voraussetzungen das ggf. mit deinen Reifen möglich ist.

  • Ist es möglich, einen kaputten Reifen zu reparieren?

    Ob du einen Reifen reparieren kannst, hängt von der Art und Ausmaß der Beschädigung ab. Zudem spielen der allgemeine Zustand des Reifens, sein Alter und die Anzahl von in der Vergangenheit bereits durchgeführten Reparaturen eine Rolle.

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