So berechnest du die Versicherungssumme für die Hausratversicherung

3. April 2024

Rund drei Viertel aller Deutschen besitzen eine Hausratversicherung. Sie schützen sich damit vor finanziellem Schaden, falls ihr Hab und Gut im Falle eines Einbruchs, eines Feuers oder auf andere Weise beschädigt oder zerstört wird. Um sicherzustellen, dass die Absicherung im Schadensfall hoch genug ist, ist es wichtig, die Versicherungssumme richtig zu berechnen.

In diesem Artikel erklären wir, wie du die Versicherungssumme für deinen Hausrat korrekt berechnest. Wir gehen hier auf die individuelle Berechnung anhand einer Inventarliste und auf die Berechnung anhand deiner Quadratmeter mit einer Mindestversicherungssumme ein. Außerdem erfährst du, was du bei der Berechnung der Versicherungssumme für deinen Hausrat beachten musst, wenn du teuren Schmuck oder andere Wertgegenstände besitzt.

Darauf solltest du bei der Höhe der Versicherungssumme achten

Die Versicherungssumme ist die maximale Obergrenze, bis zu der deine Hausratversicherung im Schadensfall leistet. Wird dein komplettes Eigentum bei einem Brand zerstört, ist das die maximale Summe, die du von der Versicherung erhältst. Daher sollte die Höhe der Versicherungssumme den kompletten Wert deines Hausrats widerspiegeln. Hierzu gehören übrigens auch die Gegenstände, die du in deinem Keller lagerst, denn dein Keller gehört zur Wohnfläche. Im Falle eines Kellereinbruchs erstattet dir deine Hausratversicherung den Verlust.

Was passiert, wenn die Versicherungssumme zu gering angegeben wurde?

Hast du die Versicherungssumme für deine Hausrat falsch berechnet und gibst einen zu niedrigen Wert beim Abschluss deiner Versicherung an, bist du unterversichert. Bei einer Unterversicherung wirst du im Falle eines Totalschadens – zum Beispiel bei einem Blitzeinschlag mit anschließendem Brand – nur bis zur vereinbarten Versicherungssumme entschädigt. Das gilt – auch, wenn dein Schaden diese Summe übersteigt. 

Aber das ist noch nicht alles: Auch bei einem kleineren Schaden wird dir ein Anteil an der Entschädigung in prozentualer Höhe deiner Unterversicherung abgezogen. Ist deine Versicherungssumme 20 Prozent kleiner als sie sollte, bekommst du nur 80 Prozent des Wertverlustes ersetzt. Fällt eine Kerze auf deine Couch, die du für 2.000 Euro gekauft hast, erhältst du von der Hausratversicherung nur eine Entschädigungssumme in Höhe von 1.600 Euro. Deshalb ist es wichtig, eine korrekte Versicherungssumme bei der Hausratversicherung anzugeben. 

Versicherungs-Tipp: Enthält deine Hausratversicherung eine Klausel auf Unterversicherungsverzicht, bekommst du bei einer zu gering angegebenen Versicherungssumme übrigens den kompletten Verlust entschädigt.

Was passiert, wenn die Versicherungssumme zu hoch angegeben wurde?

Die Versicherungssumme wirkt sich entscheidend auf deinen Beitrag aus, den du für deine Hausrat zahlen musst. Bei einer Überversicherung zahlst du also mehr für deine Versicherung, als du eigentlich müsstest. Im Schadensfall erhältst du allerdings nicht mehr Entschädigungsleistung als den tatsächlichen Schaden.

Für deine kaputte Couch, die 2.000 Euro gekostet hat, bekommst du trotzdem nur 2.000 Euro. Über den zu viel gezahlten Beitrag freut sich deine Versicherung.

Die Versicherungssumme ist die maximale Summe, mit der du von deiner Hausratversicherung im Schadenfall entschädigt wirst.

Die Berechnung der Versicherungssumme kann auf zwei Arten erfolgen

Es gibt zwei gängige Methoden, um deine Versicherungssumme zu ermitteln. Beide sind zulässig und führen zu einem richtigen Ergebnis: 

  1. das Erstellen einer Inventarliste und 
  2. die Berechnung mit einer Mindestversicherungssumme pro Quadratmeter

Die Versicherungssumme mit einer Mindestversicherungssumme pauschal zu ermitteln, ist allerdings sehr viel einfacher und wird von vielen Versicherungen mittlerweile bevorzugt.

Höhe der Versicherungssumme mit einer Inventarliste ermitteln

Bei dieser Methode musst du eine Liste mit allen Gegenständen zusammenstellen, die du in deinem Haushalt besitzt. Hierzu gehören Möbel, Kleidung, Wertgegenstände, Elektronik und vieles mehr. Stell dir vor, du würdest deine Wohnung auf den Kopf stellen: Alles, was nach unten fällt, gehört auf die Liste. 

Sind alle Gegenstände aufgeführt, musst du nun den Wert ermitteln. Hierfür kannst du Rechnungen heranziehen oder du suchst nach ähnlichen Gegenständen im Internet. Für alles, was wiederbeschafft werden kann, setzt du den aktuellen Wiederbeschaffungspreis an. Für Dinge, die du nicht neuwertig erwerben kannst, veranschlagst du den Zeitwert.

Du merkst schon, diese Methode ist äußerst umständlich und zeitaufwändig. Um dir das zu ersparen, berechnen wir bei FRIDAY die Versicherungssumme anhand eines Pauschalbetrags, und das funktioniert so:

Berechnung der Versicherungssumme anhand deiner Quadratmeter

Für die Berechnung nach dieser Methode ist deine Wohnfläche entscheidend. Die kannst du ganz leicht in deinem Mietvertrag finden oder selbst berechnen. Deine Wohnfläche wird dann einfach mit einem Pauschalbetrag multipliziert. Diese Mindestversicherungssumme legen die Versicherer fest, in der Regel liegt sie zwischen 600 und 750 Euro. Bei FRIDAY berechnen wir die Mindestversicherungssumme für die Hausrat mit 650 Euro pro Quadratmeter.

Ist deine Wohnung 45 Quadratmeter groß und dein Keller 10 Quadratmeter, ergibt sich daraus eine Wohnfläche von 60 Quadratmetern. 60 mal 650 Euro ergibt eine Versicherungssumme von 39.000 Euro. Falls der tatsächliche Wert deiner Einrichtung und deiner sonstigen Gegenstände höher ist, ist das in dem Fall auch kein Problem. Denn wenn mit der Mindestversicherungssumme gerechnet wird, wird auch meist ein Unterversicherungsverzicht vereinbart. Bei FRIDAY ist das so.

Wenn du die Versicherungssumme deiner Hausrat mit einer Mindestversicherungssumme je qm berechnest, benötigst du dafür deine Wohnfläche in qm.

So ermittelst du die Wohnfläche zur Berechnung deiner Hausratversicherung

Um die Wohnfläche für eine Hausratversicherung zu berechnen, musst du die Fläche aller Räume in deinem Wohnsitz addieren – und zwar die Innenmaße der einzelnen Räume. Die Wohnfläche ergibt sich aus der Grundfläche aller Räume, die du zum Wohnen nutzt.

Für Räume mit Dachschrägen gilt, dass Flächen mit einer Deckenhöhe unter einem Meter nicht zur Wohnfläche hinzugerechnet werden.

Für die Berechnung der Quadratmeter musst du diese Räume berücksichtigen:

  • Küche
  • Esszimmer
  • Hausflur
  • Keller*
  • Dachboden*
  • Bad und WC
  • Wohnzimmer
  • Schlafzimmer
  • Arbeitszimmer
  • Hobbyraum
  • Partyraum
  • Schwimmbäder

Die Quadratmeter für Keller und Dachboden werden nur dann mit zur Wohnfläche herangezogen, wenn sie als Wohnräume genutzt werden. Solltest du einen Kellerabteil oder einen Dachboden als Abstellraum nutzen, werden diese Räume nicht zur Grundfläche hinzugerechnet.

Lebst du in einem Eigenheim mit einem innenliegenden Schwimmbad, zählen auch diese Quadratmeter als Wohnfläche und wirken sich auf die Versicherungssumme aus.

Folgende Räume fließen nicht in die Berechnung der Wohnfläche für die Hausratversicherung mit ein:

  • Treppen
  • Balkone, Loggien und Terrassen
  • Dachgärten
  • Abstellräume (im Keller, auf dem Dachboden oder in Nebengebäuden)
  • Hauswirtschaftsräume: Waschküchen, Heizungsräume, Trockenräume oder andere Zubehörräume)
  • Garagen und Carports
  • Gemeinschaftskeller und andere Räume, die nicht ausschließlich zur versicherten Wohnung gehören

Als Faustregel kannst du dir merken, dass Nutzungsflächen, die nicht von 4 Wänden umgeben sind, grundsätzlich nicht als Wohnfläche angegeben werden. Bei allen anderen Räumen entscheidet die Art der Nutzung, ob die Quadratmeter zur Berechnung der Versicherungssumme der Hausrat mit einfließen.

Wie beeinflusst die Berechnung der Versicherungssumme deinen Beitrag?

Die Wohnfläche ist ein wichtiger Faktor zur Berechnung der Versicherungssumme deiner Hausratversicherung. Wie bereits erwähnt, hat die Versicherungssumme Einfluss darauf, wie hoch der Beitrag ist, den du zahlen musst. Denn je höher die Versicherungssumme ist, desto mehr Entschädigung erhältst du von deiner Hausratversicherung nach einem Schaden. 

Neben der Versicherungssumme spielen bei den meisten Versicherern allerdings weitere Risikofaktoren für die Berechnung des Versicherungsbeitrags eine Rolle. Das können zum Beispiel Folgende sein:

  • Dein Wohnort: er ist entscheidend, wenn es um die Wahrscheinlichkeit eines Einbruchs geht
  • Gebäude: Lebst du einem Mehrparteienhaus oder in einem Einfamilienhaus
  • Nutzung deiner Wohnung: Handelt es sich um deinen Erst- oder Zweitwohnsitz

Besitzt du Wertgegenstände, solltest du für diese die exakten Versicherungssummen ermitteln

Für teuren Schmuck, Wertpapiere oder auch Bargeld gibt es Entschädigungsgrenzen, die du in deinem Versicherungsvertrag findest. Besitzt du Schmuck, Kunstgegenstände oder Aktien solltest du sicherstellen, dass diese in einem Wertschutzschrank aufbewahrt werden und du im Falle eines Verlustes ausreichend abgesichert bist.

Die Summen, die du von deiner Hausratversicherung im Falle eines Schadens erhältst, entsprechen womöglich nicht dem tatsächlichen Wert. Bei vielen Versicherungen kannst du einzelne Wertgegenstände zusätzlich mit einer höheren Versicherungssumme in der Hausratversicherung absichern. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, eine separate Versicherung für besonders wertvolle Gegenstände oder Schmuck abzuschließen.

Bei FRIDAY arbeiten Entwickler, Coder, UX-Designer und Scrum Master zusammen mit Aktuaren und Schadensexperten. Wir investieren Zeit und Energie, um FRIDAY gemeinsam nach vorn zu bringen. Dabei lassen wir uns aber nie die Chance entgehen, unsere Erfolge laut zu feiern.

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